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PRESSE/Rezensionen:
Stephan Scheuss
One Pure Soul
Songways/Ozella Music SW 507 CD
Er war Schüler von Alex Sputh und in NY Wayne Krantz und John Abercrombie, ist musikalischer Leiter einer WDR-Talkshow, spielt in der Band von Ron Williams, unterrichtet an der HfM Köln Songwriting, gewann 2003 den 2. Preis der Osnabrücker Open Strings, vereint heute in seiner Gruppe Phier Nujazz, Soul und deutsche Texte und produzierte die CD "N" der Köln Big Band, sang zwei Jahre lang in einer A-Capella-Truppe, war fünf Jahre bei Purple Schulz und gründete mit Anne Haigis eine Top-Band. Noch was? Jede Menge. Und mittenmang diese CD, bei der von einsamer armer Seele keine Rede sein kann. Man muss kein Vokal-Experte sein; es reicht, ganz "naiv" "Tears Of A Clown" zu hören, um beeindruckt zu sein. Er singt alles, Funkblues wie in der eigenwilligen Version von "Drive My Car", Bossa wie in "Drowning In The Sea Of Love" oder balladensensibel wie in "What´s Going On" und und und. Das ist die eine Hälfte. Die andere ist Stephan´s Gitarrenspiel, das jedes Stück erst zum Abenteuerspielplatz macht, nie nur als bloße Begleitung, immer als gleichwertige Kraft auch dann, wenn man sich die gelegentlich gedubbten Fills und E-Soli wegdenkt; Stimme und Gitarre bilden eine Einheit, als wären sie zusammen geboren worden. Mal sind´s sparsame, aber raffinierte (Jazz) Akkorde, mal raffinierte bis kühne Modulationen oder gewagte harmonische Volten; mal sind Stimme und Gitarre auf gleichem, mal auf Gegenkurs - die Scheuss-Gitarre ist Rhythmusgruppe, Pausen- und Kellerfüller und immer der beste Partner, den sich die Scheuss-Stimme hätte wählen können. Eine Ich-AG, die Delikatessen produziert. (Jazzpodium, Alexander Schmitz)
Stephan Scheuss bringt mit diesem Album neben drei Songs, an deren Songwriting er selbst beteiligt ist, eine Aufstellung bekannter und weniger bekannter Songs mit Akustik-Gitarre zu Gehör. Seine Lieblingssongs hat der Musiker verarbeitet und er gibt ihnen eine ganz eigene Note. Beginnend mit „baby you can drive my car“ zeigt Scheuss, dass er musikalisch und vor allem stimmlich einiges drauf hat. Die insgesamt 13 Songs zeigen Züge zwischen Pop und Jazz, bieten eine faszinierende Bandbreite, die zum Teil das Original vergessen lässt. Stephan Scheuss hat eine Stimme, die den Hörer beeindruckt und die in der Umsetzung der Songs klar im Fokus steht. Ein Soloalbum mit Songs, die in diesem neuen Gewand eine besondere Note bekommen. Ein gelungener Brückenschlag zwischen bekanntem Rock/Pop und Jazz. (Michael Brinkschulte)
Hörspiegel-Skala: (von 10 erreichbaren Punkten) Gesamtwertung: 8.0, Link
Stephan Scheuss stellt sich mit einer CD vor, die aus dem Staunen nicht herausbringt: Was er zu seinem (Jazz-)Gesang auf der Gitarre spielt, ist alles andere als das übliche Strippen von Akkorden. Stimme und Gitarre finden sich zusammen, als hätten sie sich gesucht und endlich gefunden, ergänzen einander, bereichern einander - verblüffend. Und abgesehen von der technischen Leistung - der vokalen wie der instrumentalen - ist "onepuresoul" ein beeindruckendes Stück eigenwilliger, eigenständiger Musik, die beide "Lager" - Vokalisten, Gitarristen - und normalsterbliche Jazz-Hörer(innen) begeistern wird - versprochen!
Stephan Scheuss: One Pure Soul: Der Kölner Sänger & Gitarrist interpretiert hier überwiegend soulige Klassiker und Raritäten, nur mit akustischer Gitarre, ganz wenigen Overdubs und seiner warmen Stimme. Die letzten drei Tracks des Albums sind meine Highlights: das Original "No Blues", die Smokey Robinson/Stevie Wonder Komposition "The Tears Of A Clown" und das sehr gefühlvoll umgesetzte "What´s Going On" von Marvin Gaye. (Lothar Trampert, Gitarre & Bass, Ausgabe 9/2010)
"Stephan Scheuss verdient unsere ganze Aufmerksamkeit. Denn was der 1963 in Leverkusen geborene Gitarrist auf "One Pure Soul" (Songways/Galileo MC) den sechs Saiten seiner Akustik-Klampfe entlockt, hat man in dieser Intensität noch nicht gehört. Auf seine ganz eigene Weise hat der Ausnahmemusiker einige seiner Lieblingssongs puristisch bearbeitet und aus ihnen so etwas wie Jazz-Klassiker oder kammermusikalische Kleinode gemacht. Nur bewaffnet mit seiner Gitarre und einer facettenreichen Stimme wagt sich Stephan Scheuss an das Songmaterial (u.a. "Baby You Can Drive My Car", "What´s going On") und verleiht den Melodien eine jazzige Patina und einen fast schon traumwandlerischen Feinschliff." (INMUSIC, 9/10)
Zumeist nur mit akustischer Gitarre und seiner einzigartigen Stimme gibt Stephan Scheuss alten Soul- und Jazzstandards ein neues Gewand. Und das verblüffenderweise, ohne das Genre zu verlassen, obwohl er nicht einfach diverse Klassiker zur Gitarre spielt, sondern sie auch völlig anders arrangiert. Gleichzeitig legt er auf beeindruckende Weise mit Falsett- oder Scatgesang die gleiche Intensität in seine Stimme wie die großen Vorbilder. Bei Marvin Gayes „What’s Going On“ verzichtet er auf den berühmt unwiderstehlichen Groove und konzentriert sich ganz auf die Melodie. Umgekehrt arrangiert er den Gamble/Huff-Hit „Drowning In The Sea Of Love“ im Mehrspurverfahren fast wie eine A-capella-Vokalgruppe: Die Stimme wird mit einem EFX-Gerät verfremdet, im Hintergrund ein fast afrikanisch anmutender, mit Vokalperkussion und Gitarre erzeugter Beat, und für ein jazziges Gitarrensolo bleibt auch noch Zeit. Gerade wenn Songs alles Beiwerk entzogen, ihnen der typische Beat genommen wird, und sie immer noch überzeugen, wird oft deutlich, warum manche Lieder Hits wurden und andere nicht. So dargeboten könnten sich selbst Folkies hier sogar mit Tanzhits wie „Maniac“ aus Flashdance anfreunden. (Hans Jürgen Lenhart, Folker 5/10).
Soul aus Deutschland das kann Grund zur Freude sein, oder aber bestenfalls ein amüsiertes Lächeln hervorrufen. Soul-Puristen sind da ganz schnell mit abwertenden Bemerkungen auf dem Plan, denn um an die Klasse von Motown heranzukommen, dazu bedarf es wohl zumindest eines amerikanischen Akzents. Stephan Scheuss lässt das kalt, und er macht sich daran, einem unterrepräsentierten Genre in der deutschen Musiklandschaft mit seiner langjährigen Erfahrung neues Leben einzuhauchen. Auf One Pure Soul, seinem Soloprojekt, das er neben zahlreichen Kollaborationen betreibt, covert er seine liebsten Soul- und Popnummern und wartet mit drei Eigenkompositionen auf. Mutig startet Scheuss seine Platte mit einem Beatles-Cover. Baby You Can Drive My Car hat schon für einiges herhalten müssen, doch Scheuss bringt es mit seiner sparsamen Gitarrenbegleitung und samtener Stimme wieder zu seinen Anfängen zurück, denn der Song ist vor allem eine immer noch ansprechende Popnummer. Im Laufe des Albums widmet sich der Leverkusener so illustren Songs wie Harvest For The World (Isley Brothers), Maniac (bekannt aus Flashdance) und What’s Going On von Marvin Gaye und bringt sie allesamt auf den Punkt. Nur seine Gitarren unterstützen seine ohnehin soulige Stimme, und so kommt man genau dem näher, worum es gehen soll: Der Seele der Songs. The Tears Of A Clown ist hierbei ein echter Hinhörer. Auch die Eigenkompositionen folgen diesem Muster. Während Just Go beim ersten Hören noch relativ unbeeindruckend bleibt, sind Reason To Move und No Blues von derselben Qualität wie die gecoverten Songs, irgendwo zwischen berührend, anregend und schön. Überhaupt ist diese Platte genau das: ein schönes, wenn auch nicht besonders aufregendes Album. Aber das war auch nicht das Ziel dieses Projekts. Es war wohl eher so: Ein hochkarätiger deutscher Musiker wollte seinen Landsleuten zeigen, wie gute Musik geht, auch wenn sie nicht die eigene ist. Und das hat auf One Pure Soul hervorragend funktioniert. Wer seine Eltern liebt, schenkt ihnen dieses Album. (Karoline Fritzsch, www.alternativmusik.de)
Leicht und unaufdringlich präsentiert der Sänger, Songwriter und Gitarrist Stephan Scheuss auf "One Pure Soul" 13 Coversongs. Von Marvin Gaye´s "What´s Going On" über den Flashdance - Hit "Maniac" bis hin zu Jazz - Standards wie "My Funny Valentine" überzeugt er mit seinen Arrangements. Als Gitarrist stand Stephan scheuss schon Reinhard Mey und Fury in the Slaughterhouse zur Seite. (Neue Stadt, 9/10)
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